Kunststoff-Fenster - optimales Preis-Leistungsverhältniss
Wenn Sie sich für Kunststoff-Fenster entscheiden, haben Sie nicht nur eine rationale* Entscheidung getroffen. Kunststoff-Fenster überzeugen sowohl durch ihr optimales Preis-Leistungsverhältniss als auch durch ästhetische, reine, glatte Oberflächen.
Kunststoff-Fenster-Systeme von deutschen Systemgebern (bspw. VEKA, GEALAN, REHAU, SCHÜCO, SALAMANDER uvm.) unterscheiden sich grundsätzlich nur noch marginal**. Ein Markenfenster mag wohl ein Markenfenster sein, daß war´s aber dann schon mit Unterscheidung. Alle eigentlich wichtigen Merkmale können heute von allen Fensterherstellern mit externer Qualitätsprüfung (RAL-Gütezeichen Fensterfertigung) gleichermaßen realisiert werden. Wärmeschutz, Schallschutz, Einbruchshemmung, Oberflächengüte, Eckfestigkeiten - dies sind alles einerseits Optionen, die jeder kann, andererseits Qualitätskriterien, die durch Fachinstitute (wie bspw. das IFT in Rosenheim oder das RAL-Güteinstitut in St. Augustin) als deutscher Standard festgelegt werden.
Dabei ist die Unterscheidung in Anzahl der Kammern (5-Kammer, 7-Kammer, 10-Kammer usw.) sowie der Bautiefen (70 mm, 74 mm, 78 mm, 82 mm, 92 mm) nur von sekundärer Bedeutung. Grundsätzlich zählen dabei nicht die Gesamtkammern von Rahmen und Flügel sondern die Anzahl der, hintereinanderliegenden Kammern wie auch bei Bautiefennennung die Tiefe des Rahmens und nicht die Tiefe von Rahmen und Flügel gemeinsam zählen. Sie können diese Aussagen jedoch getrost unberücksichtigt lassen. Was zählt ist der Wärmedurchgang des Gesamt-Rahmen- und -Flügel-Aufbaus, der sog. Uf-Wert. Dieser sollte bei mindestens Uf=1,4 W/qmK liegen, ansonsten sind die, aktuell geforderten Wärmedurchgangswerte des Gesamtfensters von Uw<=1,3 W/qmK mit 2-fach Verglasung kaum mehr erreichbar.
Was darüber hinaus ebenso zählt, ist Ihre Entscheidung, ob Sie sich für kostengünstige Profilqualität oder für hochwertige Profil entscheiden. Dieses Kriterium wird in der sog. EU-A- bzw. EU-B-Norm (oder RAL-A- bzw. RAL-B-Ware) ausgedrückt. A-Norm bedeuted ganz einfach, daß als Hauptmerkmal die Wandstärke der Hauptstege mindestens 3,0 (+-0,2 mm) mm dick sein müssen während sich sog. B-Ware mit Wandstärken von ca. 2,4 mm begnügt. Dies hat neben einer Auswirkung auf den Preis (ca. 20 % weniger Materialanteil) maßgebliche Auswirkungen auf Stabilität und Haltbarkeit. Nicht umsonst legt VEKA jetzt ein Profilsystem mit 4 mm Wandstärke der Hauptkammern auf. Mehr dazu finden Sie in der Broschüre des RAL-Güteinstituts "A- oder B-Profil?". Lassen Sie sich bei der Kaufentscheidung unbedingt die Gütequalität, am besten mit den Artikelnummern des Profilherstellers bestätigen.
Ein weiteres Unterscheidungskriterium der Fenstersysteme der diversen Systemgeber ist die Elastizität und Farbstabilität der eingesetzten PVC-Rezeptur. Kennzahlen dazu werden Sie als Verbraucher jedoch nur schwer finden, diese Daten (wie bspw. Kreideanteil - zuwenig ist schlecht, zuviel ebenso - der das Endprodukt, das PVC-Profil billiger macht) bleiben den Systemgebern bzw. den Verarbeitern vorbehalten. Die Beurteilung diese Kriteriums bleibt jedoch den montierenden Betrieben nicht verschlossen, jeder versierte Fenstermonteur kennt die speziellen Kunststoff-Systeme, die bei niedereren Temperaturen sehr problematisch reagieren (Abplatzen von Klipsfüssen, Rissen in den Gehrungen bei geringer Belastung etc.). Zudem sind hohe Kreideanteile für geringere UV-Resistenz verantwortlich, d.h. bei sehr hohen Kreideanteilen besteht wesentlich höhere Gefahr, daß die Oberfläche vergilbt oder spröde (technisch unproblematisch aber unschön) wird. Diesem Problem kann man jedoch vorbeugen, indem man sich für eines der Systeme der o.g. Profilhersteller entscheidet.
Für Ihre Entscheidung kaum von Belang, jedoch für statische Zwecke wichtig und niemals Philosophie sondern nur Technik: Die Art und Weise des Einbaus der Glasscheibe im Flügel. Die klassische Art der Verklotzung der Scheibe über die Diagonale im Flügel hat zur Folge, daß, und dies ist eine wichtige Aufgabe der Glasscheibe, das Eigengewicht von Flügel und Scheibe durch die Glasscheibe getragen wird. Je nach Intensität der Verklotzung hängt der Flügel auf der Griffseite nach unten. Je mehr Stabilität und/oder Kraft über die Verklotzung auf den Flügel gebracht werden kann, um so größer und schwerer kann die Verglasung gewählt werden. Ab einer bestimmten Last ist jedoch der elastische Werkstoff Kunststoff nur noch mit Stahlverstärkung kräftig genug (Durchbiegung bei Verklotzung, Festigkeit der geschweissten Eckverbindungen). Diese reduziert jedoch die Wärmedämmung. Also am besten Stabilität ohne Stahl. Der Versuch, mit thermisch getrennten Armierungen bessere Wärmedämmung zu erreichen ist zwar erfolgreich, endet jedoch bei farbigen Oberflächen und bei Breiten/Höhenbegrenzungen. Nachdem bei diesem Thema architektonische Gesichtspunkte eine vitale Rolle spielen (je größer die Verglasungen, desto moderner), hat GEALAN mit seinem System der STV (statische Trockenverglasung) einen neuen, innovativen Weg eingeschlagen, Flügelhöhen bis 2500 mm mit 3-fach Glas sind kein Problem mehr. REHAU setzt hier ein glasfaserverstärktes System mit den Markennamen GENEO ein, auch hier die Intuition, Stabilität ohne Stahlverstärkung zu erreichen. Naßverglasung, bei Kunststoffsystemen eine nicht praktizierte Verglasungsart, hat bei Holz- und Holz-Aluminium-Systemen immer noch seine Berechtigung und steht für erheblich verbesserte statische Eigenschaften bei gleichzeitig schmalen Profilansichten (siehe hierzu auch die Detailinformationen bei Holzfenstern).
Ein weiteres Unterscheidungskriterium von Fenstern ist die Art der Profilgeometrie, also die Unterscheidung in Anschlagdichtungs- und Mitteldichtungssystemen. Anschlagdichtungssysteme haben nur eine äußere und eine innere Dichtungsebene während Mitteldichtungssysteme über eine dritte, mittlere Systemdichtung verfügen. Dadurch wird eine zusätzliche trockene Ebene (im Gegensatz zur Entwässerungsebene) erzeugt, in der das Beschlagsystem liegt, gleichzeitig entstehen dadurch geringfügig bessere Wärme- und Schalldämmwerte sowie, bei entsprechender Mitteldichtungstechnik (fester Steg statt biegsame Dichtung) erhöhte Einbruchhemmung. MItteldichtungssysteme sind jedoch aufgrund der höheren Materialanteile und des geringeren Marktanteils teurer als Anschlagdichtungssysteme.
Und noch ein Wort zu dem Thema Ausschäumung. Ganz abgesehen davon daß ein Auschäumen des Profils bei späterer Entsorgung (und die wird beim Austausch der Fenster nicht ausbleiben) zu problemtischem Sondermüll führt, ist die Auswirkung auf die Wärmedämmung nur in der zweiten Nachkommastelle, also im 1/100-Bereich des Uf-Wertes zu finden - denn der Uw-Wert, also der, für Sie maßgebliche Wärmedurchgangskoeffizient, wird durch viele andere Faktoren, vorrangig durch die Art der Verglasung beeinflusst. Ausschäumung reduziert lediglich die Luftbewegung (Zirkulation) in der Profilkammer und verbessert damit geringfügig die Wärmedämmung. Im Gegensatz zu Produkten anderer Hersteller wird das GEALAN-Profil mit IKD (innerer Kerndämmung) nicht mit PU-Schaum "ausgespritzt" sondern das PU wird eingepresst und fällt nach Verarbeitung oder bei Entsorgung einfach aus dem Profilstab raus - Sondermüll ade!. Diese PU-Füllung dient in weiten Teilen der Stabilisierung des Profils und nur geringfügig der verbesserten Wärmedämmung - denn Kälte wandert zuerst über die Stege und nicht durch die Luftkammern.
Weitere Detailinformationen dazu finden sie unter den blauen Infobuttons, falls Sie sonst noch Fragen haben rufen Sie einfach an (0821/4709420 oder 0152/53657942) oder schicken Sie uns eine Email.
* Problemlösung auf der Grundlage sorgfältig abgewogener und ausgewerteter (funktionaler) Merkmale.
**(lat. margo, marginis = „Rand“) ist etwas am Rande/auf der Grenze Liegendes, Nebensächliches (d. h. am Rande einer Sache, sprich eines Gegenstandsbereichs liegendes)
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