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Fenstermontage nach Stand der Technik - nicht mehr mit Silikon und Schaum!

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Mit Silikon und Schaum ...kann man zwar ganze Häuser bau´n aber nicht mehr Fenster nach Stand der Technik montieren!

Warum? Lesen Sie mal hier:

Die ENEV schreibt u.a. vor, daß eine Fuge der Außenhülle entsprechend dem Stand der Technik dauerhaft luftUNdurchlässig abzudichten ist. Die "DIN 4108-7 Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden" erläutert diese Abdichtung im Detail.

Demzufolge muß eine Anschlußfuge raumseitig DAUERHAFT dampfdiffusionsdicht, mit einer, mindestens 10x höheren Dampfdiffussionsdichte als außen ausgeführt werden, dies muß in Bereichen geschehen, deren Oberflächentemperatur über der Taupunkttemperatur der Luft liegt. Die Fuge muß wärme- und schalldämmend und trocken sein. Die Außenabdichtung muß DAUERHAFT schlagregen- und winddicht, aber dampfdiffussionsoffener als die Innenfuge sein. Dazwischen liegt die Dämmebene, die dauerhaft trocken sein muß und ungefähr WLG 035 erfüllen sollte.

...und vor allem: Der sd-Wert für die innere Abdichtung muß 10x so hoch sein, als für die äußere Abdichtung. Dieses Prinzip nennt man "Dampfdruckgefälle". (und wer hat das passende Silikon dafür? Lassen Sie sich mal die Produktdatenblätter der Hersteller zeigen!)

Fugendimensionierung?

Natürlich ein Bestandteil der einschlägigen Vorschriften. Nachvollziehbar, denn unzureichende Dimensionierung führt zwangsläufig zu Abriss der Flanken, Luftzug, Kälteeinbruch und Wasserdampfdiffussion. Daher ein zwingender Bestandteil einer fachgerechten Fenstermontage. Mehr Details darüber lesen Sie am besten im IVD-Merkblatt09  und in dem Dokument "Fenstermontage Grundlagen" von Dipl.Ing. Guido Strasser nach. Sehr interessant: Fugenbreite und -tiefen bei unterschiedlichen Fensterfarben!

Im Neubau kein Problem...

...auf der Außenseite wird komprimiertes Dichtband verwendet, die Fuge wird mit PU-Schaum gefüllt, auf der Innenseite wird Flexband mit speziellem Montagekleber verklebt, natürlich ohne offene Stellen, ohne Vorspannung mit kleiner Kehle, damit sich das Band mitbewegen kann, wenn sich das Fenster bei niedrigen Temperaturen "zusammenzieht". Das Band wird natürlich auf eine, entsprechend vorbehandelte Anschlußfläche (ohne Löcher, vorverputzt) geklebt - Also wirklich kein Hexenwerk (siehe  "RAL"-Montage im Neubau).

...aber im Altbau?

Der Altbau stellt den Handwerker vor eine besondere Herausforderung. Auch hier gilt die Energie-Einsparverordnung, wenn 20 Prozent der Außenhülle renoviert werden. Kann ein Fenster idealerweise in einer Laibung mit Anschlag montiert werden, wird der schlagregendichte Außenanschluss mit einem Fugendichtband hergestellt - aber damit ist noch lange kein dauerhaft dampfdiffusionsdichter Anschluß innen hergestellt!                     

Die DIN 4108 schreibt eine Verbindung des äußeren und inneren Anschlußes zwischen Mauerwerk und Bauelement (nicht zwischen Putz und Bauelement) vor - wer´s so macht wie im Bild dargestellt, der machts richtig - so geht´s halt nur auf einem Bild. Bei dieser Darstellung handelt es sich um eine geschönte Idealsituation die in der Wirklichkeit so nicht existiert. Man bedenke nur, daß alte Holzfenster IV58 oder IV68 eben nur 68 mm Bautiefe haben, neue Kunststoff- oder Holzfenster aber schon 74, 78 mm oder mehr. Dazu kommt bei Einsatz einer neuen Rollladenführungsschiene auch noch deren, um ca. 12 mm größere Bautiefe. Letztendlich baut das neue Fenster ca. 120 mm tief auf und somit steht die Innenkante des neuen Fensters über der, hoffentlich unbeschädigten Innenlaibung. Damit wird die Ausführung einer elastischen Dichtfuge zwischen Mauerwerk und Bauelement (nicht zwischen Putz und Bauelement) bei gleichzeitiger 2-Flanken-Haftung nicht nur zum Problem sondern praktisch unmöglich.

Und dann gibts Probleme. Eine Anschlußfuge, die ausreichend dimensioniert, gleichzeitig aber nicht zu breit ist, bei der das Prinzip der 2-Flanken-Haftung berücksichtigt ist, die Flankenflächen geprimert sind, die auf einer ebenen Fläche ohne Löcher und Verschmutzung anliegt und zwischen Mauerwerk und Fenster Verbindung schafft ist so nicht mehr herzustellen, ohne die Innenlaibungen zu entfernen und die Mauer vorzuverputzen. Dies versucht man jedoch tunlichst, sowohl aus Gründen des Arbeitsaufwandes und daraus resultierender Kostensteigerungen als auch aus Rücksichtnahme auf die, dann erforderlichen Bauarbeiten in bewohnten Wohnungen zu vermeiden.

Also nichts wie ran und die Fugen halt mal geschäumt und zwischen Fenster und Putz versiegelt

- Dampfdruckgefälle? - wird scho bassn!

- 3-Flanken-Haftung? - geht scho

- Primern? - brauch´ mer net, hebbt scho

-  oder noch besser: alten Holzstock drin lassen und überbauen !

Eine Fuge die dann dem Stand der Technik entspricht wird man so NIE zustande bekommen. Die Probleme, die sich daraus ergeben sind allseitig bekannt; Silikonnähte reissen ab (unsichtbare Haarrisse), Wind trägt Kälte ein (in die Fugen, die unter dem starrren PU-Schaum entstehen), Dichtigkeit und Dämmung sind dahin, der Taupunkt liegt irgendwo im Raum, Wasser fällt an und diffudiert in die Mauer, Schimmel blüht unsichtbar und gesundheitsschädlich in der Fuge und später am Mauerwerk des Fensteranschlusses.

Brauchen Sie das?

Somit stellt sich innen wie außen die Frage nach einer ebenen Fläche, um einen fachgerechten Anschluss herstellen zu können. Hierzu kann der bestehende Putz nicht verwendet werden (siehe DIN 4108 - Verbindung zwischen Mauerwerk und Bauelement). Der Anschluss  kann nicht mit Dichtstoff hergestellt werden, da eine erforderliche 2-Flanken-Haftung und eine gleichzeitige richtige Dimensionierung der Dichtstoffbreite und der Dichtstoffstärke nicht hergestellt werden können. Selbst der Einsatz von reinen vorkomprimierten Dichtbändern auf der Außenseite reicht kaum aus, da, selbst wenn diese Kompribänder ausreichend Dichtigkeit (pa-Wert > 600 bei Fugenbreite bis 30 mm?) besitzen, die innere, dauerhafte Dampfsperre als Verbindung zwischen Mauerwerk und Fensterrahmen (NICHT zwischen Putz und Fensterrahmen) weder realisiert noch gewährleistet werden können.

Aber wie geht´s dann im Altbau?

Da hilft nur ein 3-Ebenen Multifunktionsband (siehe "RAL"-Montage Altbau). Das Band löst alle technischen Probleme.

Es besitzt eine innere Dampfsperre, die gemäß DIN4108 min. 10x dichter als die äußere Sperre ist, eine Dämmebene und eine wind- und  schlagregendichte Ebene. Anschlußfugen werden nur noch aus optischen Gründen versiegelt, damit hat sich das Problem der 2-Flanken-Haftung, der Fugendimensionierung, des Primerns der Flanken und der unterschiedlichen Dichtstoffe mit den erforderlichen SD-Werten und dem zutreffenden Ausdehnungsverhalten (Dehn- und Stauchbewegung) von alleine gelöst.

Vorhandenen Holzrahmen in der Mauer belassen?

Leider konnten wir trotz umfangreicher Recherche noch nicht feststellen, wie diese zweifelhafte Variante von "Fensterwechsel" die Anforderungen einer Montage nach Stand der Technik erfüllen soll. Anschlußfugen

- zwischen Mauerwerk und Bauelement,

- in ausreichender Dimensionierung (wird Acryl mit einer Bewegungsaufnahme größer 15 % verwendet?),

- dauerhaft mit vorgeprimerten Anschlußflanken und 2-Flanken-Haftung 

- und zutreffendem Dampfdruckgefälle (SD-Wert für inneren Dichtstoff 10x höher als SD-Wert für äußeren Dichtstoff)

- sowie, unmöglich (!), eine Dämmebene mit WLG035 zwischen Mauerwerk und Rahmen (wer hat denn schon mal das Märchen vom PU-Schaum gehört, der sich bei "Schiessen" in eine 15 mm Bohrung in der ganzen Fuge verteilt?)

sind bei dieser Variante des "alten Holzrahmen überbauens" nach unserer Auffassung einfach nicht realisierbar. Aber vieleicht können Sie ja von den Anbietern dieser fragwürdigen Montageart eine plausible Geschichte dazu hören.

Für weiterführende Informationen schreiben Sie uns einfach eine Mail oder rufen Sie unter 0152 53 65 79 42 an.